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Was ist Strokes Gained?

Die wichtigste Statistik im modernen Golf, verständlich erklärt

Von Moritz6 Min. LesezeitAktualisiert: 2026-05-22

Die Grundidee hinter Strokes Gained

Stell dir vor, du stehst 150 Meter vom Loch entfernt auf dem Fairway. Ein Touring-Profi braucht von dort im Schnitt 2,72 weitere Schläge bis das Loch fertig ist. Das ist die Benchmark. Wenn du den Schlag spielst und danach 15 Meter vor dem Grün liegst, von wo ein Profi im Schnitt 2,40 Schläge braucht, hast du relativ zum Profi-Schnitt 0,32 Schläge verloren.

Das ist Strokes Gained (SG): die Differenz zwischen der statistischen Erwartung vor und nach deinem Schlag, verglichen mit einem Referenzfeld. Positiver Wert, du hast Schläge gewonnen. Negativer Wert, du hast Schläge verloren.

Ein Golfschlag lässt sich damit objektiv bewerten, egal ob die Lage schwierig war, der Wind blies oder das Grün uneben war.

Wie wird Strokes Gained berechnet?

Die Formel: SG = Erwartete Schläge vorher − Erwartete Schläge danach − 1. Der Minus-1 am Ende ist der Schlag, den du gerade gespielt hast.

Die erwarteten Schläge kommen aus einer riesigen Datenbasis mit Tausenden von Abschlägen, Annäherungen und Putts. Für jede Kombination aus Distanz und Liegeform gibt es einen statistischen Mittelwert.

Apps wie Arccos oder Shot Scope nutzen unterschiedliche Benchmark-Felder je nach Handicap. Du wirst also mit Spielern deines Niveaus verglichen, nicht mit PGA-Tour-Profis.

Die vier Strokes-Gained-Kategorien

Strokes Gained teilt sich in vier Bereiche auf, die zusammen erklären, wo dein Score wirklich entsteht:

Off the Tee misst alle Abschläge auf Par-4 und Par-5. Approach the Green bewertet alle Annäherungen ab 50 Metern. Around the Green umfasst Chips, Pitches und Bunker innerhalb der 50. Putting bewertet jeden Schlag auf dem Grün.

Die Daten sind ziemlich klar: Putting und Annäherungsschläge erklären zusammen über 60 % des Scores. Wer an Wedge-Präzision und Putting arbeitet, verbessert seinen Score schneller als jemand, der nur auf mehr Drive trainiert.

Anteil am Score: Wo kommen deine Schläge wirklich her?

Basierend auf PGA-Tour-Daten (ShotLink). Zeigt, wie viel Prozent des Scores jede Kategorie erklärt.

Putting + Kurzspiel = 61 %, dort entscheiden sich die meisten Runden.

Was bedeutet das für mein Spiel?

Strokes Gained zeigt dir, wo du wirklich Schläge verlierst, nicht wo du es vermutest. Viele Amateure denken, ihr Driver sei das Problem. Die Daten sagen oft was anderes. Das eigentliche Handicap liegt im Kurzspiel oder auf dem Grün.

Wenn dein SG Putting bei −2,5 liegt und dein SG Off the Tee bei −0,8, macht es wenig Sinn, primär an der Fahrtechnik zu arbeiten. Eine Stunde Putting-Training bringt dreimal mehr.

Strokes Gained braucht allerdings Stichproben. Erst nach mindestens 10 erfassten Runden werden die Zahlen zuverlässig. Einzelne Ausreißer täuschen.

Womit kannst du Strokes Gained messen?

Für Amateurgolfer gibt es zwei praktikable Wege: GPS-Tracking-Armbänder oder Smartphone-Apps, die jeden Schlag automatisch erfassen, und manuelle Scoring-Apps, bei denen du nach jeder Runde Schlagpositionen einträgst.

Arccos Caddie ist die bekannteste automatische Lösung: Sensoren werden in den Griff jedes Schlägers geschraubt und tracken jeden Schlag via GPS. Die App liefert nach wenigen Runden detaillierte SG-Auswertungen je Schläger.

Eine alternative ohne Abo-Modell ist das Shot Scope V5: GPS-Armband plus Griff-Sensoren, einmaliger Kaufpreis, SG-Analyse inklusive. Für Golfer, die monatliche Kosten vermeiden wollen, oft die bessere Wahl.

Strokes Gained messen

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Moritz — Autor von PlayBirdie

Über den Autor

Moritz

Golfer und Gründer von PlayBirdie. Ich schreibe hier über Equipment, Technik und Golf-Daten — auf Basis eigener Erfahrung auf dem Platz, nicht aus Pressemitteilungen. Affiliate-Links helfen, die Seite zu finanzieren, ohne die redaktionelle Unabhängigkeit zu beeinflussen.

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