Putter-Gewichtsverteilung erklärt
Face-Weighted, Heel-Toe und Zero Torque: Was der Unterschied wirklich bedeutet
Warum die Gewichtsverteilung so viel ausmacht
Bei Schlägern wie Driver oder Eisen schaust du vor allem auf Loft, Schaft und Kopfgröße. Beim Putter kommt ein weiterer Faktor dazu, der oft unterschätzt wird: die Gewichtsverteilung im Kopf.
Wo das Gewicht im Putterkopf sitzt, beeinflusst direkt, wie der Schläger auf Fehltreffer reagiert, wie er sich beim Durchschwingen anfühlt und ob er zu deiner natürlichen Strokingbewegung passt.
Die drei verbreitetsten Konzepte sind Face-Weighted, Heel-Toe (Perimeter-Weighted) und Zero Torque. Jede Bauweise hat einen anderen Einsatzbereich, und das falsche Konzept für deinen Stroke kann gut gemeinte Putts konsequent ins Leere schicken.
Face-Weighted: Klassik mit direktem Feedback
Bei einem Face-Weighted Putter liegt das meiste Gewicht direkt hinter der Schlagfläche. Klassische Blade-Putter wie der Scotty Cameron Newport oder der Ping PLD Anser bauen auf dieses Prinzip.
Das Resultat ist ein sehr direktes, weiches Feeling beim Treffer. Du spürst sofort, ob du mittig getroffen hast. Für Golfer, die ihrem Feeling vertrauen und präzises Feedback bevorzugen, ist das ein Vorteil. Die Kehrseite: Der Sweet Spot ist kleiner. Fehltreffer werden spürbar bestraft, der Kopf dreht sich bei off-center-Kontakt stärker.
Face-Weighted Putter passen am besten zu Spielern mit einem Arc-Stroke, also einer leichten Bogenform im Putting-Stroke. Die Kopfform fördert natürliche Rotation im Durchschwung. Wer gerne Blade-Putter in den Händen hält und ein klassisches Look hat, ist hier richtig.
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Heel-Toe: Größerer Sweet Spot, mehr Fehlertoleranz
Das Gewicht wird bei Heel-Toe-Puttern an Ferse und Zehe des Kopfes verteilt. Dadurch steigt das Moment of Inertia (MOI) deutlich: Der Kopf dreht sich bei Fehltreffern weniger, der Ball läuft gerader und mit weniger Distanzverlust.
Dieses Konzept findet sich in vielen Mallet-Puttern, aber auch in einigen Blade-Formen mit breiteren Fersen- und Zehenflügeln. Putter wie der Odyssey White Hot OT Ten oder der Cleveland HB Soft Mallet setzen auf dieses Prinzip.
Heel-Toe-Putter sind vielseitig: Sie passen zum Arc-Stroke genauso wie zu einem leicht geraden Stroke. Wer konsistente Distanzkontrolle auch auf Off-Center-Treffern sucht, findet hier einen guten Kompromiss zwischen Feeling und Fehlertoleranz.
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Zero Torque: Maximale Geradläufigkeit bei Fehltreffern
Zero-Torque-Putter gehen noch einen Schritt weiter als klassische Heel-Toe-Verteilung. Das Gewicht wird so platziert, dass der Kopf bei einem Fehltreffer praktisch keine Rotationsbewegung ausführt. Der Ball läuft auch dann noch gerade, wenn du nicht ganz mittig triffst.
TaylorMade Spider-Putter sind das bekannteste Beispiel: Die Spider-Geometrie mit dem weit auseinandergezogenen Rahmen und dem zentralen Gewicht verteilt das Trägheitsmoment auf eine Art, die konventionelle Mallets nicht erreichen. Das Ergebnis ist ein sehr stabiler, neutraler Kopf im Durchschwung.
Zero-Torque-Putter passen am besten zu einem geraden Stroke, also straight-back und straight-through. Der Kopf lässt keine Rotation zu, was bei einem ausgeprägten Arc-Stroke kontraproduktiv sein kann. Für Golfer, die an Konstantheit arbeiten und wenig Toleranz für Dreher im Stroke haben, ist das die konsequenteste Lösung.
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Welche Gewichtsverteilung passt zu dir?
Die ehrliche Antwort: Es hängt von deinem Stroke ab, nicht vom Geschmack. Wer einen ausgeprägten Arc hat, sollte kein Zero-Torque-Modell erzwingen. Wer einen geraden Stroke anstrebt, bekommt mit einem Face-Weighted Blade oft falsches Feedback.
Ein einfacher Test: Leg einen Schläger auf den Boden senkrecht zu deiner Standlinie und mache zehn Putts mit geschlossenen Augen. Wo landet der Kopf am Ende des Strokes? Dreht er deutlich nach innen, hast du einen Arc. Bleibt er nahezu gerade, tendierst du zum geraden Stroke.
Arc-Stroke mit direktem Feeling: Face-Weighted Blade. Arc-Stroke mit mehr Fehlertoleranz: Heel-Toe Mallet. Gerader Stroke mit maximaler Stabilität: Zero Torque. Wenn du dir unsicher bist, ist Heel-Toe die sicherste Wahl, sie funktioniert für beide Stroke-Typen.
Gesamtgewicht und Balance: Was sonst noch zählt
Neben der Verteilung spielt auch das Gesamtgewicht des Putters eine Rolle. Schwerere Putter (340–380 g) sorgen für einen gleichmäßigeren Pendelrhythmus und sind auf langsamen Grüns oder für Golfer mit nerviösem Putting-Stroke hilfreich. Leichtere Modelle geben mehr Kontrolle auf schnellen Grüns.
Viele moderne Putter bieten justierbare Gewichte an, mit denen du Gesamtgewicht und Balance anpassen kannst. Wenn dir Flexibilität wichtig ist, lohnt sich ein Modell mit Gewichtssystem.
Das Schaft-Setup beeinflusst zusätzlich, wie der Kopf durch den Stroke geführt wird. Ein gerader Schaft unterstützt einen geraden Stroke, ein Face-Balance-Schaft fördert ein leichtes Öffnen und Schließen. Auch hier gilt: erst Stroke analysieren, dann kaufen.

Über den Autor
MoritzGolfer und Gründer von PlayBirdie. Ich schreibe hier über Equipment, Technik und Golf-Daten — auf Basis eigener Erfahrung auf dem Platz, nicht aus Pressemitteilungen. Affiliate-Links helfen, die Seite zu finanzieren, ohne die redaktionelle Unabhängigkeit zu beeinflussen.
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